Nathan Drake stolpert ohne großes Aufsehen in sein viertes Abenteuer und gleichzeitig in einen eigenen Ableger für die PlayStation Vita. Pünktlich zum Start der PlayStation Vita war er einer der Launchtitel die dem neuen Handhelden von Sony nicht nur ins rechte Licht rücken sondern auch Glanz und Gloria verleihen sollte. Und das scheint Sony und dem Bend Studio vollends gelungen zu sein, denn unser Ausflug mit Drake auf dem neuen Handhelden hat uns nicht nur positiv überrascht sondern regelrecht an den OLED Bildschirm gefesselt. Wir beginnen unser Abenteuer im tiefem Dschungel Panamas auf einer Ruine und sind schon gleich der gesuchte Schädling. So klettern wir langsam und mit einem Finger auf den Touchscreen den Weg führend mit Nathan Drake die erste Steilwand am Mauerwerk alter Bauwerke hinauf, lassen uns fallen um tiefer zu kommen und springen an einem herabfließenden Fluss von einem Mauerwerk zum nächsten. Immer wieder fallen Mauerteile ab und wir verlieren den Halt der mit kurzen Gesten auf dem Touchscreen wieder erlangt werden kann. In solchen Szenen zeigt sich das Gameplay wie in einer Zeitlupe um Euch noch die kurze Chance zu geben nicht in dem tiefen Abgrund zu fallen.

Nathan Drake hangelt sich nun die ersten Dekorationen entlang und nach einer weiteren kleinen Zerstörung des Mauerwerkes haben wir wieder sicheren Boden unter den Füssen und finden als guter Beobachter auch schon den ersten Schatz (allerdings erst nach dem zweiten Spielen dieses Kapitels aber weiter werden wir nicht auf darauf eingehen denn sonst Spoilern wir zu viel.) Nun nehmen wir Anlauf und springen beherzt über den sich vor uns befindlichen Abgrund. Nathan ächzt und man sieht ihm die Anstrengung an die sein Körper aufbringen muss um den Sprung aufzufangen. Ein Teil des Mauerwerkes schafft es allerdings nicht unseren Sprung ohne Schaden zu überleben und so fliegt ein sehr großer Teil in Richtung Erdboden.

Überall sind Wurzeln und mit Moos bewucherte Steine, Mauerwerk das uns dazu aufruft an ihm weiter zu klettern und einer der Wachen sagt zu seinem Gegenüber: “Drake wurde gesehen, in der oberen Kammer. Erledigt ihn sofort, Dantes Befehle!” – Nathan flucht und macht sich weiter daran auf die schon nahe liegende Plattform zu klettern, an der auch schon der erste Wachposten zu finden ist, der Ausschau nach Nathan hält. Jetzt haben wir die Wahl zwischen der in Uncharted üblichen Quadrattaste um zu kämpfen oder wir drücken mit dem Finger direkt auf den Touchscreen und ziehen damit den ersten Feind einfach mal eben so von seinem Posten ab. Und dieser freut sich mit einem lauten Angstschrei und fallend in Richtung sicherem Tode.

Doch der Schrei hat seine Kollegen noch nicht wachgerüttelt. So begeben wir uns auf die Plattform, können die erste Waffe in Beschlag nehmen und auch schon die ersten Gänge erforschen wenn wir vorsichtig genug sind und uns nicht in das Sichtfeld weiterer Wachen begeben. Hier sind wir einfach mal forsch und erledigen den ersten Söldner mit einem Rückensprung und brechen ihm dabei das Genick. Den zweiten Söldner werden wir mit einem gezielten Hieb auf den Nacken los, wobei wir im noch beim leise Fallen behilflich sind. Unsere nächstes Ziel ist ein wenig weiter weg über einem kleinen, einer Brücke ähnlichen Weg zu finden. Nathan übersieht hier eine weitere Wache und wir haben somit unsere Position an die anderen Söldner verraten. Wir rennen über den Brückenpfad an Kisten vorbei, schießen aus den laufen heraus auf die sich vor uns befindliche Wache und grätschen Sie danach gekonnt aus den Latschen, besser hätte das auch Jackie Chan nicht hinbekommen. Nun suchen wir Deckung hinter einer Säule, denn die anderen Söldner haben schon fleißig ihre Kugeln auf uns nieder prasseln lassen und die Bildschirmfarbe hat sich schon bedrohlich in eine Graue Welt gefärbt die nur noch durch die roten Treffer aus den Schussrichtungen überdeckt wird. Die Söldner unterhalten sich: “Scheucht ihm auf! – Verteilen!”. Eine erste Granate fliegt in unsere Richtung und instinktiv denken wir man könnte diese wie in Uncharted III zurückwerfen, leider hat Bend Studios diese Funktion nicht in Uncharted: Golden Abyss integriert. Dennoch sind wir vor Action und Spannung völlig geladen und feuern was das Zeug hält schon in den ersten Spielminuten in Richtung Gegner. Die Explosion der Granate lässt den gesamten Bildschirm wackeln und wir versuchen unser Glück mit dem schießen aus der Deckung heraus. Die Trefferquote ist hier allerdings sehr gering. Endlich haben wir die Gegner erledigt und Drake wirkt gleich entspannter. Wir suchen ein wenig die Gegend ab und entdecken neue Vorsprünge am Mauerwerk, die uns zu zwei parallelen und gigantischen Säulen in deren Mitte sich ein kleiner fließender Wasserfall befindet, bringt und während wir noch Halt suchen wird auch schon wieder auf uns geschossen. Hier halten wir uns nun mit einer Hand fest am Vorsprung und erwidern das Feuer mit einer Handfeuerwaffe. Deren Munition für wenig geübte Menschen auch zum Glück immer wieder ein neues Magazin bietet, denn jetzt hätten wir keine Chance nach einem Magazin zu suchen um uns wieder zu wehren und die Situation in der wir uns befinden lässt kein Weiterkommen zu, ohne das wir sterben oder die Gegner auf der anderen Seite erledigt haben. Die PlayStation Vita lässt sich beim zielen wie eine echte Waffe nutzen, denn jede Bewegung die wir mit der PlayStation Vita unternehmen wird ins Spiel und auf das Steuerkreuz übertragen, wir nutzen zwar weiterhin den rechten Stick zum zielen, aber zum Feinjustieren ist diese neue Funktion einfach nur göttlich!

Endlich können wir weiter und springen zur parallel befindlichen Säule um dort den nächste Schusswechsel hinter uns zu bringen. Nathan wird getroffen und stöhnt unter dem Aufprall der Kugel. Doch wir wehren uns und ignorieren gekonnt die Hilferufe des Sölders an seine Kollegen. Die Musik ist spannungsgeladen und haut uns Percussion und einen gewaltigen Orchestralen Hammer um die Ohren. Endlich haben wir alle Söldner eledigt, klettern gekonnt an der Säule hinab und springen auf die leicht beschädigte Plattform. Ein Söldner ruft: “Hab ihn, Sie sind ein toter Mann! Wie gefällt Ihnen das?” und zielt mit einer Panzerfaust auf uns, feuert ab und trifft nur knapp an uns vorbei sein Ziel…

…die Explosion haut uns aus den Fugen und Nathan Drake lässt benommen seinen sicheren Halt los und die Kamera fadet ins Dunkel hinab. Mit dem Schriftzug “Zwei Wochen zuvor…” starten wir ins nächste Kapitel und stehen an der Seite von Dante der eben noch unseren sicheren Tod wollte. Hier zeigt sich das wir befreundet sind und beide gleiche Ziele haben, wenn auch hier schon immer wieder unterschiedliche Ansichten. Die Geschichte hat hier erst seinen Anfang geschaffen und wird Euch über viele Stunden nicht nur überzeugen sondern Euch auch mit dem bekannten Nathand Drake Humor bei Laune halten, wobei ihr auch in diesem Abenteuer auf altbekannte Zigarrengesichter nicht zu verzichten braucht!

Die Steuerung ist absolut flüssig, auch wenn sie nicht ganz das Niveau des letzten PlayStation Ablegers Uncharted III erreicht. Das Spiel speichert immer wieder selbstständig und Schätze gibt es neben Trophäen viele zu sammeln und zu ergattern. Bei den Schätzen können Euch sogar über NEAR Eure Freunde behilflich sein. Die Deutsche Sprachausgabe ist wie immer sehr ordentlich und absolut Film-reif umgesetzt, auch wurde Wert darauf gelegt das es sich um die Originalsprecher aus den schon erhältlichen Teilen handelt. Die Bewegungssteuerung beim schießen mit der PlayStationVita hat es uns angetan, ebenso wie das Zoomen mit dem Scharfschützengewehr, denn hier verwenden wir zum Beispiel mit einem Wisch nach Oben oder Unten den hinteren Touchscreen. Das funktioniert so was von grandios, dass wir damit zunächst ein wenig herumspielen und das Zielen völlig vergessen haben. Der hintere Touchscreen kommt sonst nur noch zur Anwendung wenn es Kletterpassagen an Seilen gibt, hier können wir, als würden wir das Seil wirklich in der Hand halten, mit abwechselnden Wischbewegungen Links und wieder Rechts Nathan Drake zum Rauf oder Hinab -klettern bewegen. Überhaupt wurde wieder viel Wert auf die Unterhaltung zwischen den Charakteren gelegt und auch Nathan führt das eine oder andere Selbstgespräch, was Euch so natürlich viel mehr an die Geschichte bindet. Nathan ist immer noch der gewohnte Unglücksrabe der von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen tritt, dabei nie den Humor verliert und am Ende doch der mit der Mann Glückssträhne ist.

 

 

Mit Uncharted: Golden Abyss hat Bend Studios und Sony eine Geschichte und vor allem Stundenlange Spannung geschaffen die auf der PlayStation Vita ihresgleichen vergeblich sucht! Wir haben das Spiel komplett für Euch durchgespielt und waren schlichtweg begeistert! Die Grafik hat immer wieder tolle Momente, zum Beispiel wenn Ihr an einem Berghang entlang klettert und Euch plötzlich die aufgehende Sonne entgegenstrahlt – hier macht glaube ich eigentlich jeder sofort einen Screenshoot. Und genau von solchen Momenten lebt das Spiel, ihr bekommt einen tollen Soundtrack mit epischen Orchestralen klängen zu hören, den ihr übrigens auch im PlayStationNetwork für 4,99€ als MP3 Download erwerben könnt. Uncharted: Golden Abyss macht eigentlich alles Richtig was geht, einzig das das Menü nicht wie gewohnt mit dem Steuerkreuz verwendet werden kann sondern rein auf Touchscreen ausgelegt ist, verwirrt immer wieder und die fehlende Funktion Handgranaten zurück werfen zu können, vermissen wir ein wenig, was aber als kleine Schönheitsfehler angesehen werden kann und keinen Punktabzug in der A Note gibt, denn das Werfen von Granaten hingegen wurde über den Touchscreen wieder absolut fehlerfrei und sogar Zielgenauer als die Analogstick-Methode verarbeitet. Wer eine PlayStation Vita sein Eigen nennt und kein Uncharted: Golden Abyss dafür in seinem Besitz hat, der ist gelinde gesagt: Selber Schuld!


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Autor: Davis Schrapel

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