GamesArt Pixel Movements: Rot Grün Sehschwäche

In unregelmäßigen Abständen präsentieren wir Euch GamesArt Pixel Movements. In dieser Kategorie gehen wir auf ein Element der Games-Branche näher ein, im positiven sowie im negativen. Wir beschreiben Euch ein wenig was uns daran gefällt oder warum wir dieses Element nicht mögen und warum es in unseren Augen ein Pixel Movement ist. Diesmal richten wir unser Augenmerk auf einen weit verbreiteten Sehfehler der Rot-Grün Sehschwäche.

Eine Rot-Grün Sehschwäche ist kein schöner Umstand, für die Betroffenen jedoch von Geburt an nicht anders bekannt, denn diese Schwäche ist eine vererbbare Krankheit. Nur mit dem Alter kann diese Sehschwäche abklingen oder sogar noch stärker werden. Immerhin 10% aller Männer und 1% aller Frauen haben eine Rot-Grün-Sehschwäche. Bei Menschen mit einer Rot-Grün-Schwäche können die Zapfen für Rot und Grün nicht so arbeiten wie bei der Mehrheit der Bevölkerung. Ursache dafür ist ein defektes Gen auf dem X-Chromosom. Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche sehen deshalb bestimmte Rot- und Grüntöne als Graustufen. Ist diese Fehlsichtigkeit stark ausgeprägt, spricht man von einer Rot-Grün-Blindheit. Die entsprechenden farbempfindlichen Zellen in der Netzhaut fehlen einfach und dieser Fehler kann ohne weiteres weiter vererbt werden. Es gibt also keinen Menschen mit Rot-Grün Sehschwäche, der diesen Fehler erst später in seinem Leben bekommen hat, da er nur angeboren entstehen kann.

Da nun ca. 10% aller Männer von dieser Art der Sehschwäche betroffen sind, ist es immer noch verwunderlich, dass sich Spieleentwickler diesen Menschen überhaupt nicht annehmen und die Spiele dementsprechend anpassen oder uns Gamer zumindest in den Einstellungen die Möglichkeit dazu geben. Stellt Euch einmal vor Ihr hättet eine solche Sehschwäche und müsstet in einem Online-Multiplayer-Match Euer Team von den Gegnern unterscheiden. Richtig – schnell fällt dazu auf, dass in fast allen Multiplayer-Games die Gegner Rot und Euer Team mit grüner Schrift angezeigt werden. Und es gibt keine Einstellungsmöglichkeiten in den Optionen um diesen kleinen Fehler irgendwie zu beheben. Bei 11% aller betroffenen Menschen ist das schon eine beachtliche Anzahl an Gamern denen jedes Entwicklerstudio quasi vor den Kopf stößt. Wir haben für Euch einmal eine kleine Grafik entworfen, die Euch zeigen soll, was ein Mensch mit Rot Grün Sehschwäche nicht sehen kann, und noch wichtiger – die graue Grafik soll verdeutlichen wie schwer es für Menschen mit diesem Sehfehler ist den Unterschied zu erkennen.

Immerhin, einige Ausnahmen gibt es bereits – so hat Entwickler Naughyt Dog mit seiner Uncharted-Reihe unter den Optionen einen Farbblinden-Modus. Diesen Aktiviert, erscheinen Euch jetzt vorher grüne Anzeigen in der Farbe Blau und können nun von Menschen mit Rot-Grün Sehschwäche besser unterschieden werden. Für das Spiel Call of Duty: Modern Warfare 2 wurde sogar eine Online Petition gestartet, in der nach einem Feature in den Optionen zum Umschalten der Farbwerte verlangt wurde.

“Bei 11% aller betroffenen Menschen ist das schon eine beachtliche Anzahl an Gamern denen jedes Entwicklerstudio quasi vor den Kopf stößt.”

Auch Entwickler DICE und Publisher Electronic Arts mussten sich schon mit diesem Problem befassen, denn kurz nach dem Erscheinen von Battlefield 3 hagelte es massenhaft Kritik und Aufrufe über eine Nachbesserung. Immerhin: Einige Monate später soll ein Update die gewünschte Verbesserung für Rot-Grün Sehschwache Gamer gebracht haben. Offen ist die Frage warum die Studios nicht an solche Features denken, oder warum sie immer wieder auf dieselben Farbmuster setzen. Eine Lebensanzeige des Teams in Blau und der Gegner in Gelb würde dem Effekt sofort entgegentreten und somit überhaupt nicht erst entstehen lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass immer mehr Spielentwickler dieses Problem erkennen und etwas dagegen unternehmen, denn wir können uns nicht vorstellen, dass Entwickler es sich leisten können fast 11% aller Gamer vor den Kopf zu stoßen, Unmut aufkommen zu lassen oder wegen so etwas Umsatzeinbußen in Kauf zu nehmen.

Autor: Davis Schrapel

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