Lange war es still um #TeamNinja, den kreativen Köpfen hinter der bekannten #NinjaGaiden Reihe. Jetzt meldet sich der Entwickler mit einem Knall zurück. Ob #Nioh den Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Zoom!

Was lange währt… wird endlich gut? Fangen wir mal von vorne an, denn #Nioh wurde offiziell bereits im Jahre 2004 angekündigt, damals noch als Multimedia Projekt basierend auf einem unfertigen Skript von #AkiraKurosawa (Kurztrivia: #Kurosawa sollte #StarWars Fans ein Begriff sein, denn #StarWars Schöpfer #GeorgeLucas ließ sich von #Kurosawas Werk #DieVersteckteFestung stark inspirieren). Nach 8 Jahren und mehreren Revisionen des Projektes und einem inzwischen doch recht unzufriedenen Producer kam dann #TeamNinja zur Rettung und nahm sich des Sorgenkindes an. Nach weiteren 4 Jahren Entwicklungszeit können wir heute #Nioh als exklusiv Titel im #PlayStation4 Line-Up willkommen heißen.

„Grandios inszeniert und mit Anspruch garnierte Bosskämpfe sind jedes Mal der Höhepunkt eines Levels – was damit zusammen hängt, dass die Bosse sehr viel Lebensenergie haben und uns oft mit nur zwei bis drei gezielten Schlägen ausschalten. Einer der Gegner konnte uns sogar mit nur einem Schlag über den Jordan schicken – Autsch!“

Doch die Wurzeln des Titels sind immer noch da. #Nioh basiert auch in der aktuellen Fassung auf dem unfertigen Skript von #AkiraKurosawa. Ihr schlüpft dabei in die Schuhe von #WilliamAdams, übrigens kein fiktiver Charakter – nein – #WilliamAdams lebte tatsächlich. Er war Engländer und wurde am 24. September 1564 geboren. Adams war der erste Engländer der nach Japan reiste und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 1620. Er ist außerdem vermutlich der erste Europäer, der den Titel #Samurai tragen durfte. Doch damit nicht genug, im Laufe der Geschichte trefft ihr auf viele Charaktere, die realen Personen nachempfunden sind. Zum Beispiel wäre da #TokugawaIeyasu (Begründer des #TokugawaShogunats) oder aber #HattoriHanzo (einem Samurai der japanischen Geschichte). Aber genug der Fakten, schließlich möchten wir euch an dieser Stelle nicht langweilen. Es sei aber gesagt, dass #Nioh auf eine interessante weiße die Realität und Fiktion miteinander vermischt. Unser #WilliamAdams hat nämlich die Fähigkeit Yokai zu sehen. Yokai, das sind „Monster“ des japanischen Volksglaubens, und diese gibt es in #Nioh in vielen verschiedenen Formen. Zum einen treten sie als Schutzpatrone, die euch begleiten und eure Fähigkeiten steigern auf, zum anderen aber auch als „Oni“ (Dämonen) die euch ans Leder wollen. William selber wird zu Beginn des Spieles von einem dieser Schutzpatrone begleitet. Doch bereits nach kurzer Zeit werdet ihr von diesem getrennt. Und Schwups stürzt ihr euch in ein Abenteuer um den Schutzpatron aus den Klauen des Bösen zu befreien. Das klingt jetzt zwar nach 08/15 Standardkost, ist es aber definitiv nicht. Wir wollen an dieser Stelle einfach nicht zu viel vorwegnehmen. Die Geschichte erstreckt sich über die gesamte Spielzeit von ca. 60-70 Stunden und ist nie langweilig. Ganz im Gegenteil, sie bietet eine gelungene Abwechslung zwischen Dramatik und humoristischen Einlagen. Erzählt wird die Story sowohl durch In-Game-Cutszenen, als auch durch Dialoge und Missionsbeschreibungen (diese solltet ihr in Nioh definitiv lesen, es lohnt sich).

Euer Abenteuer beginnt mit dem Ausbruch aus dem berühmten Tower von London. Dieses Level dient gleichzeitig als Tutorial um Euch das Kampfsystem von #Nioh etwas näher zu bringen. Fans von Spielen wie #DarkSouls und #Bloodborne werden sich hier sofort heimisch fühlen. Doch #Nioh ist viel mehr als ein einfacher #DarkSouls -Klon. Möchte man die Kampfsysteme vergleichen, solltet Ihr sowieso eher #Bloodborne im Vergleich anschauen. Die Kämpfe sind wesentlich schneller als in #DarkSouls und es gibt genau wie in #Bloodborne , kein Schild, jedoch könnt Ihr die Angriffe Eurer Gegner trotzdem durch drücken der L1-Taste blocken. Eines haben aber alle Spiele gemeinsam, es gilt mit der Ausdauer zu haushalten, nur heißt die Ausdauer in #Nioh schlicht „KI“. Schlagen, Blocken, Ausweichen – alle eure Aktionen kosten Euch KI. Ist eure KI-Leiste leer, seid ihr außer Puste, müsst jetzt zunächst erst einmal kurz innehalten. Und in dieser Zeit seid Ihr natürlich besonders verwundbar und Gegner können euch mit Leichtigkeit einen richtig kritischen Treffer verpassen. Die Feinheiten des Kampfsystems offenbaren sich dem Spieler mit der Zeit, sofern Ihr Nerven für Games – die einem oft den Bildschirmtod zeigen – habt. So verfügt Ihr von Beginn des Spieles an über drei verschieden Haltungen (Niedrig, Mittel, Hoch). Haltet ihr eure Waffe „Niedrig“, richtet Ihr wenig Schaden an, könnt Euch aber besser verteidigen und Ausweichen kostet weniger KI. Außerdem lassen sich Gegner die am Boden entlang krabbeln besser treffen. „Mittel“ ist eine eher ausbalancierte Haltung – sie birgt keine Nennenswerten Vor oder Nachteile. Tragt ihr eure Waffen allerdings in der „Hohen“ Kampfhaltung machen sie mehr Schaden als üblich – jedoch auf Kosten eurer Verteidigung. Blocken und Ausweichen kosten in dieser Haltung sehr viel KI. Wem das nicht genug Komplexität ist, dem sei gesagt, dass dies noch nicht alles ist. Jede Haltung hat eigene Skills und Movesets, die ihr mittels Samurai Points (Skillpunkte) in einer Art Talentbaum freischalten könnt. Jede Waffengattung hat ihren eigenen Talentbaum. Spielt ihr also zum Beispiel am liebsten mit #DualKatanas , so könnt ihr die Fähigkeit Wirbelwind erlernen, die es euch erlaubt einen verheerenden Angriff in der „Hohen“ Waffenhaltung zu starten. Spielt ihr lieber mit einem Speer? Dann gibt es auch hierfür den ein oder anderen Skill der sich freischalten lässt. Allgemein unterscheidet sich Euer Verhalten im Kampf ganz erheblich davon, welche Waffe ihr gerade einsetzt. Von eben erwähnten Dual Katanas, über Speere und Hammerund, sogar Fernkampfwaffen wie Bögen, ist so ziemlich alles dabei was das Herz begeht. Außerdem spielen natürlich eure Stats, Euer Gewicht und noch vieles mehr, eine Rolle im Kampf und dessen Ausgang. Hinzukommen Gegner, die Yokai Verseuchungen herauf beschwören, Eure KI-Regeneration verlangsamen. Nur mit Hilfe der KU-Pulse-Technik, die Eure KI nach einem Angriff schnell wieder auflädt, kann Yokai Verseuchung aufheben. Schon verwirrt? Keine Sorge, wie bereits geschrieben führt einen das Spiel in die Spielmechaniken ein. Auch die etwas komplexeren Spielmechaniken könnt ihr in einem Dojo trainieren.

Loot, also Dinge die man einsammeln kann, gibt es reichlich. Manchmal hat man das Gefühl, #Nioh möchte einen mit der Anzahl an Waffen und Rüstungen die man findet förmlich erschlagen. Glücklicherweise – ist Euer Inventar aber sehr großzügig. Ganze 500 Items finden darin Platz. Es wird einfach alles mitgenommen was man findet, für irgendetwas wird es schon gut sein, und dem ist auch so. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie ihr mit überschüssigen Equipment umgehen könnt. Zum einem könnt Ihr es an einem Schrein opfern um Amrita zu erlangen. Amrita erhaltet Ihr aber auch für das Besiegen von Gegnern. Amrita sind im Grunde Erfahrungspunkte wie aus Rollenspielen bekannt. Ihr nutzt Amrita um Euren Charakter an einem Schrein zu leveln. Dabei könnt Ihr selbst entscheiden welche Stats (Stärke, Geschicklichkeit etc.) Ihr verbessern wollt. Dies wirkt sich natürlich auf die Waffen aus, die Ihr führen könnt. Um zwei Katanas zu benutzen – benötigt Ihr Geschick. Um einen riesigen Hammer zu schwingen – braucht Ihr die entsprechende Stärke. Außerdem könnt Ihr das Equipment bei einem Schmied verkaufen und Gold dafür bekommen. Mit dem Gold wiederum könnt Ihr bei besagten Schmied neues Equipment kaufen – ein Teufelskreis ;) ! Ihr könnt beim Schmied auch Gegenstand in seine Einzelteile zerlegen lassen. Aus diesem werden dann neue Waffen oder Rüstungen gecraftet. Das macht durchaus Sinn, denn oft sind gecraftete Waffen besser, als die die Ihr vorher gefunden habt. Desto besser das Material zum craften – desto besser später auch die Waffe oder Rüstung. Apropo Rüstungen – auch hier differenziert #Nioh. Es gibt drei Rüstungs-Typen: Leicht, Mittel, und Schwer. Die Unterschiede sind denke ich selbst erklärend.

Die Spielwelt von #Nioh ist im feudalen Japan angesiedelt. Es handelt sich aber nicht um eine große in sich verbundene Spielwelt wie es zum Beispiel bei #DarkSouls der Fall ist, sondern Ihr startet eure Missionen immer von einer Weltkarte aus. Dort könnt Ihr Euch vor Missionsstart über das Missionsziel informieren und seht auch gleich für welches Level dieser Abschnitt geeignet ist. Außerdem wird hier auch angezeigt, ob es sich um eine Hauptmission oder um einen Side-Quest handelt. Von letzteren gibt es eine ganze Menge. Die Gebiete an sich sind recht linear aufgebaut, bieten aber immer wieder Abzweigungen und optionale Wege an deren Ende zumal oft ein Schrein wartet. Schreine sind #Nioh s Äquivalent zu #DarkSoul s Lagerfeuer. Berührt Ihr einen Schrein, wird eure Lebensenergie wieder aufgefüllt und Ihr könnt im Level aufsteigen, oder Euren Schutzpatron ändern. Allerdings werden danach auch alle Gegner, die ihr bisher mühselig getötet habt wiederbelebt. Gegner gibt es übrigens in vielen verschiedenen Farben und Formen, normale Menschen, verschiedene Yokai, Skelettkrieger usw. – es wird also nicht langweilig. Interessant ist auch, dass die Gebiete immer wieder genutzt werden; soll heißen habt Ihr das Gebiet in einer Mission erkundet, geht jetzt in der nächsten Mission vom selbem Gebiet – beginnt dort Ihr am Missionsende der Runde davor. Natürlich sind oft andere Gegner zu sehen, oder die Tageszeit ist anders. Das hört sich jetzt nach schwachem Gamedesign an, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Denn auf diese Weise, entdeckt man tatsächlich immer wieder etwas Neues. Allgemein gibt es in #Nioh immer etwas zu entdecken. Ein Beispiel dafür wären unter anderem die Kodama Baum Geister die sich überall in den verschiedenen Level verstecken. Findet man diese, kehren sie in den Schrein zurück und geben nützliche Boni.

Bevor wir uns nun langsam der finalen Wertung nähern, möchte ich noch ein paar Sätze zum Multiplayer von #Nioh verlieren. Dieser hat ebenfalls drei Facetten:
Zum einem könnt Ihr zufällig ausgewählte andere Spieler in Euer Spiel einladen. Diese können Euch dann in eurem Kampf gegen das Böse behilflich sein. Besonders beim Kampf gegen die imposanten Bossgegner ist eine solche Hilfe mehr als nur Willkommen. Unsere Verbindung war stets durchgängig stabil – Lag oder ähnliches, konnten wir nicht bemerken. Zum anderen gibt es dann noch die Grabsteine. Jeder Grabstein zeigt den Todesort eines Spielers an. Nähert Ihr Euch, wird Euch das Equipment des Spielers angezeigt, und woran er gestorben ist. Haltet ihr nun die Kreis-Taste gedrückt, beschwört Ihr den rachsüchtigen Geist des Spielers. Besiegt ihr diesem winken tolle Drops und natürlich Ehre. Was uns zu Feature drei führt: Clan Wars. Ab der Hälfte des Spieles, habt Ihr die Möglichkeit Euch einem Clan anzuschließen. Jeder Clan bietet seinen Spielern besondere Boni an (zum Beispiel mehr Schaden gegen Menschen). Diese Clans sind aber im andauernden Konflikt miteinander. Besiegt ihr einen rachsüchtigen Geist eines anderen Clans hilft das eurem Clan weiter. Mit der gesammelten Ehre könnt ihr hier besondere Gegenstände kaufen. Grandios inszeniert und mit Anspruch garnierte Bosskämpfe sind jedes Mal der Höhepunkt eines Levels – was damit zusammen hängt, dass die Bosse sehr viel Lebensenergie haben und uns oft mit nur zwei bis drei gezielten Schlägen ausschalten. Einer der Gegner konnte uns sogar mit nur einem Schlag über den Jordan schicken – Autsch! Hier ist also Ausdauer gefragt, doch der Sieg über einen so übermächtig aussehenden Gegner ist ein wahrer Triumph. Kommen wir noch kurz zur Grafik. Hier bietet euch #Nioh mehrere Optionen an, um das Spiel an eure Anforderungen anzupassen. Spielt ihr am liebsten mit 60 Bildern pro Sekunde? Kein Problem, im #ActionModus schraubt #Nioh zugunsten der Framerate etwas an der Auflösung und an der grafischen Pracht. Oder soll das Spiel doch lieber richtig Bombe aussehen? Ebenfalls kein Problem, im #MovieModus könnt ihr auf der #PlayStationPro #Nioh sogar in 4k Auflösung genießen. Es ist also für jeden etwas dabei. Wir haben das Spiel übrigens auf einer #PlayStation4Pro im #MovieModus gespielt. Dabei ging die Framerate kein einziges mal unter die 30 Bilder pro Sekunde. Auch was die Klangkulisse angeht, weiß #Nioh zu überzeugen. Das japanische Voice-Over ist exzellent und trägt super zur Stimmung des gesamten Titels bei.

 

 

#Nioh ist viel mehr als nur die Summe seiner Teile. Bereits jetzt ist das Spiel ein heißer Anwärter auf den #GameOfTheYear -Thron. Das liegt vor allem an dem tollen Setting und dem exzellenten Kampfsystem, das sogar mehr Tiefe hat als das der unmittelbaren Konkurrenten. Auch der Umfang ist gewaltig und somit verspricht #Nioh tagelangen Spielspaß. Das man selbst entscheiden kann, ob das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde läuft oder in feinster #4k Auflösung ist dann noch ein kleiner Bonus für alle #PlayStation4Pro Besitzer. Wenn Ihr also schon immer mal als Samurai gegen Dämonen kämpfen wolltet, das ist eure Chance!


GamesArt Wertungssystem

Autor: Marc Volle