Mit #GravityRushRemastered (GamesArt Kurztest) ist der „Gravity Queen“-Kat der Sprung vom Handheld auf die Heimkonsole gelungen. Jetzt versuchen die Entwickler, getreu dem Motto: „Größer, Lauter, Besser!“ mit der Fortsetzung #GravityRush2 exklusiv auf der #PlayStation4 für Furore zu sorgen. Ob der Titel hält was er verspricht, oder ob das Konzept des Spieles nicht doch eher für den Handheld geeignet war, erfahrt ihr in unserem #ZOOM !

„Der Soundtrack stammt von Kohei Tanaka , der neben dem Vorgänger Gravity Rush auch schon für den Rollenspiel-Klassiker Alundra seine Töne in die Waagschale geworfen hat.“

#GravityRush2 ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Fortsetzung des #PlayStationVita Titels #GravityRush (GamesArt Test). Die Story der Gravitation beeinflussenden Heldin Kat wird hier nun fortgeführt. Ungeschickt nur, wenn man nicht weiß was im ersten Teil vorgefallen ist, denn das Spiel gibt sich kaum Mühe dies zu erklären. Die im Vorfeld erschienenen Anime Episoden die #GravityRush mit #GravityRush2 verbinden sind nicht auf der Disk zu finden, genauso wenig wie ein „Was bisher geschah“ oder allgemein irgendeine Form der Zusammenfassung. Ihr werdet also quasi direkt in die Geschichte hineingeworfen. Was bei den aufgegriffenen Geschichtssträngen durchaus zu Verwirrung führen kann. Direkt zu Beginn des Spieles findet ihr Euch in Jirga Para Lao wieder, einer wundervoll gestalteten Welt. Das Spiel nimmt sich an dieser Stelle Zeit neue Charaktere und einige Grundprobleme und Konflikte einzuführen. So erfahrt ihr schnell das in Jirga Para Lao nicht alles Gold ist, was glänzt. Sondern das es sich alles vielmehr um eine Klassen-Gesellschaft dreht. Dies ist im Spiel auch wunderschön dargestellt, denn die Stadt ist in diverse Inseln unterteilt, die auf einer vertikalen Linie angeordnet sind. Gerade der erste Akt beschäftigt sich stark mit dieser Thematik. Unschön nur, dass ihr am Anfang des Spiels leider noch keine eurer Fähigkeiten habt, sondern ihr erstmal zu Fuß auf Botengänge geschickt werdet. Habt ihr die etwas zähen ersten Spielminuten gemeistert legt #GravityRush2 aber richtig los, also macht euch keine Sorgen! Auch der zweite und dritte Akt sind spannend gestaltet, da wir euch aber nicht spoilern wollen, bewahren wir an dieser Stelle Stillschweigen ;) .

Dreh- und Angelpunkt des Spieles, ist Kats Fähigkeit die Gravitation zu beeinflussen. Auf diese Weise könnt ihr euch komplett frei in der offenen Spielwelt Jirga Para Lao bewegen. Und genau das macht das Spiel aus. Die Manipulation der Gravitation macht einfach jede Menge Spaß und es gibt überall in der Stadt Dinge zu entdecken. Oft wurde ich auf dem Weg zu einer Mission auf positive Weise von Sammelobjekten wie zum Beispiel den Gullideckeln, welche Schnellreisen ermöglichen, abgelenkt, aber mal ganz ehrlich, wer braucht den bitte Schnellreise, wenn man sich auf eine so coole Art durch die Spielwelt fortbewegen kann! Oder aber, es hängen zum Beispiel Kristalle, die ihr benötigt um eure Fähigkeiten zu verbessern, gerne auch mal an der Unterseite einer Brücke – also kurz die Gravitation geändert und an der Unterseite der Brücke entlanggelaufen. Zugegeben, es kann (vor allem in den Kämpfen) dazu kommen, dass man komplett vergisst wo denn nun Oben und Unten ist, aber auch in dieser Situation gibt es Dank wirklich cleverem Game Design, eine kleine Hilfestellung. Die Entwickler haben nämlich einen nützlichen Hinweis in das Spiel eingebaut: Kats Haare fallen immer in die Richtung die tatsächlich Unten ist. Und somit hat man direkt ein Orientierungsmerkmal. Grundsätzlich ist es eine wahre Freude, zu sehen, wie viel Liebe zum Detail in #GravityRush2 geflossen ist. Die Städte sind wundervoll gestaltet und sprudeln nur so vor Energie, nicht zuletzt auch dank der grandiosen musikalischen Untermalung. Überall ist etwas los, überall gibt es etwas zum Entdecken und zu Sehen. Diese Vielfalt merkt man auch bei den verschiedenen Missionen. #GravityRush2 unterscheidet zwischen den Main Story Missions – die die Geschichte voran treiben – und Side Missions – optionale Missionen die einem mehr über die Welt beibringen. Sowohl Story als auch Side Missions sind abwechslungsreich gestaltet und manchmal auch etwas ausgefallen. Ich glaube #GravityRush2 ist das erste Spiel, bei dem ich als Aufgabe hatte vor einem Süßigkeiten-Stand in der Warteschlange zu stehen. Aber so ulkig das auch klingt, ich hatte jede Sekunde in der Schlange meine Freude. Natürlich gibt es auch genügend Standard Missionen mit dem Ziel „Besorge X“ oder „Bring mir Y“ aber auch diese sind durch die Bank weg, sehr unterhaltsam. Viele der Side Quests sind tatsächlich auch so lange, dass sie in mehrere Parts unterteilt werden und eine richtige zusätzliche Geschichte eines Einwohners der Stadt erzählen. Und wie schon gesagt, die Abwechslung kommt hier nicht zu kurz: So helft ihr in einer Mission eventuell einem Journalisten ein tolles Foto zu schießen und in der nächsten ein paar Schülerinnen dabei ein dunkles Ritual zu vollführen (hey, was kann da schon schief gehen – das ist doch eine prima Idee :D ). Wem das alles nicht genug ist, für den gibt es dann noch Challenge Missionen und eine asynchrone Multiplayer-Komponente. Apropo Multiplayer: Überall in der Stadt sind wie bereits erwähnt Dinge versteckt, habt ihr eines gefunden könnt ihr euch neben dem Gegenstand fotografieren und das Foto dann als Hinweis für andere Spieler zur Verfügung stellen. Finden diese den Gegenstand erhaltet ihr Dusty Tokens – welche zum Freischalten von diversen Extras verwendet werden können. Ebenfalls ist es möglich euch einfach beim Relaxen zu fotografieren und das Bild dann anderen Spielern zum Bewerten online zu stellen. #Instagram lässt grüßen! An dieser Stelle möchte ich nun einen kleinen Hinweis einfließen lassen: Zwar laufen nach dem zweiten Akt zum ersten Mal die Credits, dass Spiel ist aber noch nicht vorbei. Hört nach dem zweiten Akt also bitte nicht auf zu spielen. Der dritte Akt bringt nochmal ordentlichen Schwung ins Spiel und stellt alles auf den Kopf. Euch erwarten volle drei Akte mit insgesamt 25 Kapitel voller fliegender Action!

Das Kat die Gravitation manipulieren kann, haben wir ja nun bereits mehrmals erwähnt, dies war ja auch schon im Vorgänger so. Neu in #GravityRush2 sind zwei verschiedene Gravity Styles, die Ihr im Laufe des Spielverlaufs erlernt. Diese stülpen das gesamte Konzept noch einmal über den Haufen und geben dem Spiel zusätzliche Tiefe. Zum einem wäre da der Lunar Style, welcher euch niedriger Gravitation aussetzt. Das bedeutet, dass ihr euch viel „leichter“ fühlt. Meterhohe Sprünge oder das Laufen auf „Wasserblasen“ sind auf einmal gar kein Problem mehr. Auch eure Angriffe sind im Lunar Style blitzschnell. Benutzt ihr den Gravity Kick (das Angreifen eines Gegners aus der Luft) teleportiert ihr Euch gar direkt zum Gegner. Solltet ihr einmal von einem Gegner getroffen werden, kann es im Lunar Style passieren, dass ihr von der Wucht des Angriffes so einige Meter nach hinten geschlagen werdet. Im Jupiter Style hingegen kann euch so etwas nicht passieren. Hier wird die Gravitation verstärkt und ihr klebt förmlich am Boden. Angriffe im Jupiter Style sind langsamer aber haben eine enorme Durchschlagskraft.
Das wechseln der drei Styles (Standard, Jupiter und Lunar) geht einfach von der Hand, ihr müsst lediglich das Touch-Pad nach oben wischen für Lunar, nach unten für Jupiter, und drücken für den Standard-Style. Das dies so einfach geht ist auch wichtig, denn bestimmte Gegner sind resistent oder eben anfällige für die verschiedenen Angriffsarten. Apropos Gegner, die gibt es reichlich und in vielerlei Formen. Von aus dem ersten Teil bekannten Nevi, bis hin zu Mechs und Soldaten ist alles dabei was das Herz begehrt. Fun Fact: Kat ist es nicht möglich zu fliegen, sie fällt stattdessen nach Oben.

Grafisch ist #GravityRush2 eine wahre Augenweide. Gekonnt spielen die Entwickler mit verschiedenen Farbpaletten und erwecken die Welt rund um Eure Heldin zum Leben. Trotz dutzende Details und vielen Charakteren, die gleichzeitig über den Bildschirm laufen und ihrem Alltag nachgehen, konnten wir keine Slowdowns feststellen (#PlayStation4Pro Test). Gelegentliche Pop-Ins beim „Fallen“ von einem Gebiet ins nächste und ein paar wenige etwas matschig wirkende Texturen sind vorhanden, aber stören nicht das Gesamtbild und fallen daher nicht ins Gewicht. Einzig die manchmal etwas störrische Kamera kann man an dieser Stelle bemängeln. Positiv hervorheben wollen wir auch den Sound der einfach nur klasse abgemischt ist. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen und sorgt mit orchestralen Klängen dafür, dass sich viele Aktionen im richtigen Moment episch anfühlen. Der Soundtrack stammt von #KoheiTanaka , der neben dem Vorgänger #GravityRush auch schon für den Rollenspiel-Klassiker #Alundra seine Töne in die Waagschale geworfen hat.

 

 

#GravityRush2 macht jede Menge Spaß, die Spielmechanik fühlt sich frisch und unverbraucht an und auch die Geschichte kann überzeugen. Neueinsteiger haben es aber durch einen fehlenden Prolog leider etwas schwerer in die Geschichte des Spieles einzutauchen. Glücklicherweise macht aber das Herumspielen mit Kats Fähigkeiten, sowie das Kämpfen und Erkunden im Spiel soviel Spaß, dass dieser Fauxpas schnell vergessen ist. Das Ganze kombiniert mit der wundervollen Grafik, dem abwechslungsreichen Missionsdesign und dem wirklich grandiose tollen Soundtrack, ergibt ein herausragendes Gesamtwerk, dass in keiner Videospiele-Sammlung fehlen sollte. Wenn ihr mich nun entschuldigt, ich muss noch ein paar Side Quests erledigen…


GamesArt Wertungssystem

Autor: Marc Volle